Neue Düsseldorfer Tabelle, Stand 01.01.2010

Der vom nicht betreuenden Elternteil geschuldete Unterhalt richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle, Stand 01.10.2010.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am 06.01.2010 die Neufassung der Düsseldorfer Tabelle, gültig ab 01.01.2010, bekanntgegeben.

Eine Überarbeitung der Düsseldorfer Tabelle, die der Bemessung des Kindesunterhalts als Orientierungshilfe dient, war aufgrund des am 01.01.2010 in Kraft getretenen Wachstumsbeschleunigungsgesetzes notwendig geworden.

Dieses Gesetz entlastet Familien mit Kindern, Unternehmen und Erben. Die Freibeträge für Kinder werden von 6.024 auf 7.008 € erhöht, das Kindergeld für jedes zu berücksichtigende Kind um 20 € (für das erste und zweite Kind beträgt das Kindergeld dann 184 €, für das dritte Kind 190 € und ab dem vierten Kind 215 €).

Die Unterhaltsansprüche sind zwischen 12,6 und 13,5 % gestiegen.

Der gesetzliche Mindestbedarf eines Kindes beträgt nunmehr 317 € in der ersten, 364 € in der zweiten und 426 € in der dritten Altersgruppe. Die Einkommensgruppen wurden unverändert beibehalten, auch die Bemessung des Unterhalts ab 5.101 € nach den Umständen des Falles.

Die Düsseldorfer Tabelle ist auf den Fall zugeschnitten, dass ein Unterhaltsverpflichteter drei Personen Unterhalt bezahlt. Ist er mehr oder weniger Personen gegenüber zum Unterhalt verpflichtet, erfolgt eine entsprechende Höher- bzw. Herabstufung um eine Einkommensgruppe.

In der nachfolgenden Düsseldorfer Tabelle, Stand 01.01.2010 sind die tatsächlichen Zahlbeträge enthalten, d.h. das hälftige Kindergeld für das 1., bzw. 2. Kind in Höhe von 92,00 € wurde bereits in Abzug gebracht. In Klammern sind zum Vergleich die alten Zahlbeträge genannt.


Im nachfolgenden Download können Sie die Original-Düsseldorfer Tabelle einsehen. In der Original-Tabelle ist das Kindergeld noch nicht mit berücksichtigt.

Im Anhang sind drei weitere Tabellen enthalten, in die die unterschiedlichen Kindergeldbetrag eingearbeitet sind:

- Düsseldorfer Tabelle, 1. und 2. Kind
- Düsseldorfer Tabelle, 3. Kind
- Düsseldorfer Tabelle, 4. Kind

Düsseldorfer Tabelle 2010
Speichern Öffnen Duesseldorfer_Tabelle_Stand_01_01_2010-04.pdf (41,18 kb)


Die Änderungen der Düsseldorfer Tabelle 2010 sind für alle Unterhaltsgläubiger und Unterhaltsschuldner relevant.

Liegt ein dynamischer Unterhaltstitel vor (Urteil, Vergleich, Jugendamtsurkunde), sollte der Unterhaltsschuldner zu den erhöhten Unterhaltszahlungen aufgefordert werden.

Es kann sofort die Zwangsvollstreckung aus dem Titel betrieben werden, falls der Unterhaltsschuldner zu der erhöhten Zahlungen nicht bereit sein sollte.

Beachten Sie bitte, dass auch titulierte Unterhaltsansprüche innerhalb von 12 Monaten verwirken, d.h. entfallen, wenn sie nicht geltend gemacht werden. Zögern Sie daher bitte nicht zu lange!

Sofern der Unterhalt nicht tituliert sein sollte, muss der Unterhaltsschuldner mit den erhöhten Unterhaltszahlungen in Verzug gesetzt werden. Dies erfordert eine konkrete Aufforderung zu den erhöhten Zahlungen. Am Besten lassen Sie dem Unterhaltsschuldner ein Einwurfeinschreiben zukommen, in dem Sie ihn zu den erhöhten Zahlungen auffordern.

Sollte der Unterhaltsschuldner den Zahlungen nicht freiwillige nachkommen, kann beim Familiengericht Klage eingereicht werden. Auch hier gilt, dass Unterhaltsrückstände rückwirkend nur für 12 Monate geltend gemacht werden können.





Eingestellt am 17.02.2010 von G. Grönemeyer , letzte Änderung: 17.02.2010
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